Herzecho (Echokardiographie): Ablauf und Aussagekraft
Wie die Ultraschalluntersuchung des Herzens abläuft, wann ein Schluckecho oder ein Belastungsecho nötig ist und welche Werte im Befund für die Herzschwäche wichtig sind.
Kaum eine Untersuchung ist für die Diagnose einer Herzschwäche so wichtig wie das Herzecho. Mit Ultraschall lässt sich das schlagende Herz in Echtzeit beobachten: wie groß die Kammern sind, wie kräftig sie sich zusammenziehen, wie gut sie sich füllen und ob die Klappen dicht schließen. Fachleute sprechen von Echokardiographie. Diese Seite erklärt, wie die Untersuchung abläuft, welche Varianten es gibt und was die wichtigsten Angaben im Befund bedeuten. Den Ablauf der gesamten Diagnostik beschreibt die Seite Symptome und Diagnose.
Das Standard-Herzecho von außen (TTE)
Die häufigste Form ist das transthorakale Echo, abgekürzt TTE. “Transthorakal” heißt “durch den Brustkorb”. So läuft es in der Regel ab:
- Sie machen den Oberkörper frei und legen sich auf eine Liege, meist leicht auf die linke Seite gedreht. So liegt das Herz näher an der Brustwand.
- Für die Herzfrequenz werden einige EKG-Elektroden aufgeklebt.
- Die Ärztin oder der Arzt trägt Ultraschallgel auf und setzt den Schallkopf an verschiedenen Stellen auf, etwa neben dem Brustbein, unter der linken Brust und unter dem Rippenbogen.
- Manchmal werden Sie gebeten, kurz die Luft anzuhalten oder auszuatmen, damit das Bild klarer wird.
Die Untersuchung dauert meist 20 bis 40 Minuten. Sie müssen nicht nüchtern sein und können danach sofort Ihren Alltag fortsetzen. Bei starkem Übergewicht, Lungenüberblähung oder nach Operationen am Brustkorb ist die Bildqualität manchmal eingeschränkt. Dann kann ein Kontrastmittel aus winzigen Gasbläschen helfen, das über eine Vene gegeben wird.
Das Schluckecho (TEE)
Beim transösophagealen Echo, kurz TEE oder Schluckecho, wird ein dünner, biegsamer Schlauch mit einem kleinen Schallkopf über den Mund in die Speiseröhre geschoben. Die Speiseröhre liegt direkt hinter dem Herzen, deshalb sind die Bilder besonders scharf. Ein Schluckecho wird zum Beispiel gemacht, um Herzklappen genauer zu beurteilen, Blutgerinnsel im linken Vorhof vor einer Rhythmusbehandlung auszuschließen oder eine Entzündung der Herzklappen zu suchen.
Für das Schluckecho müssen Sie mehrere Stunden nüchtern sein, die Praxis nennt Ihnen den genauen Zeitraum. Zahnprothesen werden herausgenommen, der Rachen wird mit einem Spray betäubt, und meist erhalten Sie ein Beruhigungsmittel. Die eigentliche Untersuchung dauert oft nur eine Viertelstunde. Danach dürfen Sie erst essen und trinken, wenn die Betäubung nachgelassen hat. Nach einem Beruhigungsmittel ist Autofahren am selben Tag nicht erlaubt.
Weitere Varianten
- Belastungsecho (Stressecho): Das Herz wird während einer Belastung auf dem Fahrrad oder unter einem Medikament untersucht, das die Herzarbeit steigert. So lassen sich etwa Durchblutungsstörungen erkennen.
- Dreidimensionales Echo und Spezialmessungen: Moderne Geräte können das Herz räumlich darstellen und die Verformung des Herzmuskels messen. Das hilft in bestimmten Fragestellungen, ist aber nicht für jeden nötig.
Was im Befund steht
Ein Echobefund enthält viele Messwerte und Abkürzungen. Die für die Herzschwäche wichtigsten sind:
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| LVEF oder EF | Pumpleistung der linken Kammer in Prozent, Grundlage für die Einteilung in HFrEF, HFmrEF und HFpEF |
| LVEDD | Durchmesser der linken Kammer am Ende der Füllung, zeigt eine Vergrößerung |
| Diastolische Funktion | Wie gut sich das Herz entspannt und füllt, wichtig bei der HFpEF |
| Linker Vorhof | Vergrößerung spricht für einen erhöhten Füllungsdruck |
| Rechte Kammer, TAPSE | Pumpfunktion der rechten Herzhälfte |
| Klappen | Verengung (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) mit Schweregrad |
| PAPsys | Geschätzter Druck in der Lungenschlagader |
Was die Ejektionsfraktion genau aussagt und welche Grenzwerte gelten, erklärt der Beitrag HFrEF, HFmrEF, HFpEF. Die rechte Herzhälfte spielt vor allem bei der Rechtsherzschwäche eine Rolle, mehr dazu unter Links- und Rechtsherzinsuffizienz.
Herzecho und Laborwerte zusammen
Oft geht dem Herzecho eine Blutabnahme voraus. Ist das NT-proBNP erhöht, ist das ein Grund für die Ultraschalluntersuchung. Erst beides zusammen, dazu Beschwerden und EKG, ergibt ein vollständiges Bild. Mehr zum Laborwert lesen Sie im Beitrag NT-proBNP.
Wie oft ein Herzecho nötig ist
Ein starres Intervall gibt es nicht. Kontrollen sind zum Beispiel sinnvoll, wenn sich die Beschwerden verändern, einige Monate nach einer Umstellung der Medikamente, bevor über einen Defibrillator oder CRT-Schrittmacher entschieden wird oder um eine Klappenerkrankung zu überwachen. Wann die nächste Untersuchung ansteht, legt Ihre kardiologische Praxis fest.
Tipps für den Termin
- Bringen Sie frühere Befunde, Ihren Medikationsplan und, falls vorhanden, den Geräteausweis eines Schrittmachers mit.
- Tragen Sie Kleidung, die sich leicht ablegen lässt.
- Fragen Sie nach der Untersuchung nach Ihrer Ejektionsfraktion und danach, ob sich etwas im Vergleich zur letzten Messung verändert hat.
- Bitten Sie um eine Kopie des Befundes für Ihre Unterlagen.
Fragen und Antworten
- Tut ein Herzecho weh?
- Das normale Herzecho von außen tut nicht weh. Man spürt nur den Druck des Schallkopfs und das kühle Gel. Beim Schluckecho wird der Rachen betäubt und meist ein Beruhigungsmittel gegeben. Viele empfinden es als unangenehm, aber gut erträglich.
- Ist ein Herzecho mit Strahlung verbunden?
- Nein. Ultraschall arbeitet mit Schallwellen und nicht mit Röntgenstrahlen. Die Untersuchung kann deshalb beliebig oft wiederholt werden, auch in der Schwangerschaft.
- Darf ich nach einem Schluckecho Auto fahren?
- Wenn Sie ein Beruhigungsmittel bekommen haben, dürfen Sie am selben Tag nicht selbst Auto fahren und sollten sich abholen lassen. Essen und Trinken sind erst wieder erlaubt, wenn die Betäubung im Rachen nachgelassen hat. Die Praxis sagt Ihnen, wann.
Weiterlesen
- Ejektionsfraktion
Die Prozentzahl im Echobefund erklärt: wie viel Blut das Herz pro Schlag auswirft, welche drei Formen der Herzschwäche man danach unterscheidet und was das für Sie bedeutet.
- Links- und Rechtsherz
Welche Herzhälfte geschwächt ist, bestimmt die Beschwerden: Atemnot und Husten bei der linken, geschwollene Beine und ein voller Bauch bei der rechten Seite.