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Ernährung bei Herz- und Stoffwechselerkrankungen

Wie eine herzfreundliche Ernährung im Alltag aussieht: maßvoll Salz, gute Fette, viel Gemüse, ein stabiles Gewicht und worauf Sie bei Kalium, Alkohol und Nahrungsergänzung achten sollten.

Essen ist mehr als Nährstoffzufuhr. Es ist Genuss, Gewohnheit und oft auch Familienleben. Gerade deshalb fällt es vielen schwer, nach einer Diagnose wie Herzschwäche, Bluthochdruck oder Diabetes die Ernährung umzustellen. Die gute Nachricht: Eine herzfreundliche Ernährung ist keine Verbotsliste, sondern eine abwechslungsreiche Küche mit vielen frischen Zutaten. Diese Seite fasst die wichtigsten Grundsätze zusammen. Bei besonderen Situationen, etwa einer Nierenerkrankung oder starkem Untergewicht, ist eine persönliche Ernährungsberatung sinnvoll, die ärztlich verordnet werden kann.

Die Grundlagen: ausgewogen und pflanzenbetont

Fachgesellschaften empfehlen für Herz und Stoffwechsel eine Ernährung, die sich an der mediterranen Küche orientiert:

  • Reichlich Gemüse und Obst, über den Tag verteilt, am besten mehr Gemüse als Obst.
  • Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis und Vollkornnudeln. Sie sättigen länger und lassen den Blutzucker langsamer steigen.
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen als Eiweißquelle.
  • Pflanzliche Öle wie Raps- und Olivenöl sowie Nüsse statt Butter, Schmalz und fetter Wurst.
  • Fisch ein- bis zweimal pro Woche, darunter auch fettreiche Sorten.
  • Fleisch und Wurst in kleineren Mengen, fettarme Milchprodukte.
  • Wenig Zucker und gezuckerte Getränke.

Wer so isst, unterstützt gleichzeitig einen normalen Blutdruck, günstige Blutfette und einen stabilen Blutzucker. Das hilft dem Herzen auf mehreren Wegen.

Salz: maßvoll statt radikal

Speisesalz enthält Natrium, das Wasser im Körper bindet. Viel Salz kann den Blutdruck erhöhen und bei Herzschwäche Wassereinlagerungen verstärken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene eine Orientierung von höchstens etwa 6 Gramm Speisesalz am Tag, was ungefähr einem Teelöffel entspricht. Viele Menschen nehmen deutlich mehr zu sich, meist ohne es zu merken.

Der größte Teil des Salzes steckt nicht im Salzstreuer, sondern in verarbeiteten Lebensmitteln:

  • Brot und Brötchen
  • Wurst, Schinken und Käse
  • Fertiggerichte, Tütensuppen, Brühwürfel und Soßen
  • Salzgebäck, Chips und eingelegtes Gemüse

Bei Herzschwäche raten die Leitlinien von zu viel Salz ab, aber auch von einer sehr strengen Beschränkung, weil diese keinen Vorteil gezeigt hat. Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen eine bestimmte Menge nennt, gilt diese.

Weniger Salz, mehr Geschmack

  • Frische Kräuter, Knoblauch, Zitrone, Pfeffer, Paprika und Curry geben Aroma.
  • Erst am Tisch nachsalzen und vorher probieren.
  • Selbst kochen, wann immer es geht, und bei Fertigprodukten die Nährwerttabelle lesen.
  • Der Geschmack gewöhnt sich innerhalb einiger Wochen an weniger Salz.

Trinken: was bei Herzschwäche gilt

Bei einer stabilen Herzschwäche ist eine starre Trinkbegrenzung nach heutigem Wissen meist nicht nötig, sehr große Mengen sollten Sie aber meiden. Bei fortgeschrittener Erkrankung oder starken Wassereinlagerungen legt die Ärztin oder der Arzt eine persönliche Menge fest. Mehr dazu auf der Seite Leben mit Herzschwäche.

Kalium: ein Fall für die Blutkontrolle

Kalium ist für Herz und Muskeln lebenswichtig. Einige Herzmedikamente, etwa ACE-Hemmer, Sartane und Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten, können den Kaliumspiegel erhöhen, manche Wassertabletten senken ihn. Deshalb werden die Werte regelmäßig im Blut kontrolliert. Ändern Sie Ihre Kaliumzufuhr nicht gezielt ohne Rücksprache, und verwenden Sie kaliumhaltige Salzersatzmittel nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zustimmt.

Gewicht: zwei Seiten

Starkes Übergewicht belastet Herz, Gelenke und Stoffwechsel. Eine langsame, dauerhafte Gewichtsabnahme kann Blutdruck und Blutzucker verbessern. Crash-Diäten sind dagegen ungeeignet.

Bei fortgeschrittener Herzschwäche gibt es auch das umgekehrte Problem: Manche Betroffene verlieren ungewollt Gewicht und Muskelmasse, weil der Appetit nachlässt und der Körper mehr Energie verbraucht. Das ist ein Warnzeichen und sollte ärztlich besprochen werden. Mehrere kleine, nährstoffreiche Mahlzeiten können dann helfen.

Beim Blick auf die Waage gilt: Schnelle Schwankungen über wenige Tage sind meist Wasser, nicht Fett. Deshalb ist das tägliche Wiegen bei Herzschwäche ein Frühwarnsystem und kein Diätwerkzeug.

Alkohol, Kaffee und Grapefruit

Alkohol kann den Herzmuskel schädigen und Rhythmusstörungen auslösen. Besprechen Sie, ob und wie viel Alkohol für Sie vertretbar ist. Wenn Alkohol zur Herzschwäche beigetragen hat, ist der vollständige Verzicht wichtig.

Einige Lebensmittel beeinflussen die Wirkung von Medikamenten. Bekanntestes Beispiel ist Grapefruitsaft, der den Abbau mancher Wirkstoffe hemmt. Ob das Ihre Medikamente betrifft, steht im Beipackzettel, oder Sie fragen in der Apotheke nach. Tipps zum Umgang mit Wechselwirkungen finden Sie unter Medikamente sicher einnehmen.

Ernährung bei Diabetes und erhöhten Blutfetten

Bei Diabetes kommt es vor allem auf eine regelmäßige, ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Zucker und Weißmehl an. Spezielle Diabetikerlebensmittel sind nicht nötig. Bei erhöhten Blutfetten helfen weniger tierische Fette, mehr pflanzliche Öle und Ballaststoffe sowie Bewegung. Oft sind zusätzlich Medikamente nötig, weil die Ernährung allein die Werte nur begrenzt senkt. Diabetes erhöht außerdem das Risiko für Fußwunden, mehr dazu unter Chronische Wunden vermeiden.

So gelingt die Umstellung

Verändern Sie nicht alles auf einmal. Beginnen Sie mit ein oder zwei Schritten, etwa einer zusätzlichen Gemüseportion am Tag oder weniger Wurst auf dem Brot. Beziehen Sie die Menschen ein, mit denen Sie essen. Und notieren Sie in Ihrem Patiententagebuch, wie sich Gewicht und Blutdruck entwickeln. Sichtbare Fortschritte motivieren.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Muss ich bei Herzschwäche komplett auf Salz verzichten?
Nein. Zu viel Salz kann Wassereinlagerungen fördern, eine sehr strenge Salzbeschränkung wird von den Leitlinien aber nicht empfohlen. Sinnvoll ist ein maßvoller Umgang: wenig Fertigprodukte, Wurst und salzige Snacks, beim Kochen sparsam salzen und mit Kräutern würzen.
Darf ich Salzersatz verwenden?
Nur nach Rücksprache. Viele Salzersatzmittel enthalten Kalium. Zusammen mit bestimmten Herz- und Blutdruckmedikamenten oder bei eingeschränkter Nierenfunktion kann der Kaliumspiegel dadurch gefährlich ansteigen.
Sind Nahrungsergänzungsmittel bei Herzschwäche sinnvoll?
In der Regel nicht. Die Patientenblätter der Nationalen VersorgungsLeitlinie raten davon ab, ohne ärztliche Rücksprache Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Einige Präparate können mit Medikamenten in Wechselwirkung treten. Ein nachgewiesener Mangel, etwa an Eisen, wird gezielt ärztlich behandelt.