Impfungen bei Herzerkrankungen: Grippe, Pneumokokken, COVID-19
Warum Atemwegsinfekte bei Herzschwäche gefährlich werden können, welche Impfungen die Ständige Impfkommission für Herzkranke nennt und wie Sie Ihren Impfstatus prüfen.
Ein Infekt der Atemwege ist für gesunde Menschen meist lästig, aber harmlos. Für Menschen mit Herzschwäche kann er dagegen gefährlich werden. Fieber, schneller Puls und eine entzündete Lunge belasten das ohnehin geschwächte Herz zusätzlich. Infekte gehören zu den häufigsten Auslösern einer Verschlechterung, die einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. Impfungen sind deshalb ein wichtiger Baustein, um das Herz zu schützen. Diese Seite gibt einen Überblick. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission werden regelmäßig angepasst. Lassen Sie Ihren persönlichen Bedarf deshalb in der Praxis prüfen. Weitere Alltagsthemen finden Sie unter Leben mit Herzschwäche.
Warum Infekte das Herz belasten
Bei Fieber steigt der Puls, der Körper braucht mehr Sauerstoff, und das Herz muss mehr arbeiten. Eine Lungenentzündung verschlechtert zusätzlich den Gasaustausch. Entzündungsstoffe können den Herzmuskel schwächen und Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern auslösen. Bei manchen Infekten steigt außerdem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall in den Wochen danach. Wer eine Herzschwäche hat, kann bei einem schweren Infekt deshalb rasch Wasser einlagern und Atemnot bekommen.
Die wichtigsten Impfungen für Herzkranke
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut veröffentlicht die Impfempfehlungen für Deutschland. Für Menschen mit chronischen Herzerkrankungen nennt sie unter anderem die folgenden Impfungen. Die Angaben geben den allgemeinen Stand wieder. Einzelheiten wie der passende Impfstoff, das Alter und die Abstände klärt Ihre Praxis.
| Impfung | Warum sie wichtig ist | Allgemeiner Rhythmus |
|---|---|---|
| Grippe (Influenza) | Grippe kann eine Herzschwäche deutlich verschlechtern | Jedes Jahr im Herbst |
| Pneumokokken | Schützt vor einer häufigen Ursache schwerer Lungenentzündungen | Je nach Impfstoff und Vorimpfung, Auskunft in der Praxis |
| COVID-19 | Senkt das Risiko eines schweren Verlaufs | Auffrischung nach aktueller Empfehlung, meist im Herbst |
| RSV | Das Respiratorische Synzytial-Virus kann bei Älteren mit Vorerkrankungen schwere Atemwegsinfekte auslösen | Nach Alter und Vorerkrankung, Auskunft in der Praxis |
| Gürtelrose (Herpes zoster) | Gürtelrose kann sehr schmerzhaft sein und bei Älteren schwerer verlaufen | Nach Alter und Vorerkrankung, zwei Impfdosen |
| Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten | Standardimpfungen für alle Erwachsenen | Auffrischung in größeren Abständen |
Sicherheit der Impfungen
Die empfohlenen Impfungen gelten auch für Menschen mit Herzschwäche als sicher. Häufige Reaktionen sind Rötung und Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen oder leichtes Fieber für ein bis drei Tage. Schwere Nebenwirkungen sind selten. Der Schutz vor einer schweren Erkrankung überwiegt nach Einschätzung der STIKO bei Weitem.
Mehrere Impfungen können oft am selben Termin gegeben werden, etwa Grippe und COVID-19. Ob das für Sie passt, entscheidet die Praxis. Wer Gerinnungshemmer nimmt, kann in der Regel trotzdem in den Muskel geimpft werden.
So prüfen Sie Ihren Impfstatus
- Suchen Sie Ihren Impfpass heraus. Wenn er fehlt, fragen Sie in der Hausarztpraxis nach dokumentierten Impfungen.
- Bringen Sie den Impfpass zum nächsten Termin mit und lassen Sie prüfen, was fehlt.
- Notieren Sie die Termine für die nächsten Auffrischungen, zum Beispiel im Patiententagebuch.
- Planen Sie die Grippeimpfung jedes Jahr fest für den Herbst ein.
- Vor Fernreisen kommen je nach Ziel weitere Impfungen hinzu. Mehr dazu im Beitrag Reisen mit Herzinsuffizienz.
Die Kosten der von der STIKO empfohlenen Standard- und Indikationsimpfungen übernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen.
Weitere Schutzmaßnahmen
Impfungen schützen nicht vollständig. In der Infektsaison helfen zusätzlich gründliches Händewaschen, Abstand zu erkrankten Menschen und bei Bedarf eine Maske in vollen Räumen. Bitten Sie Angehörige, sich ebenfalls impfen zu lassen. Das schützt Sie mit.
Wenn Sie doch erkranken
Bei Fieber, Husten und zunehmender Atemnot melden Sie sich zeitnah in der Praxis. Achten Sie besonders auf Ihr tägliches Gewicht und auf Schwellungen. Bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall kann es nötig sein, einzelne Medikamente anzupassen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, mehr dazu im Beitrag Herzschwäche im Alter. Infekte können auch Begleiterkrankungen wie Diabetes oder COPD verschlechtern, mehr dazu unter Begleiterkrankungen.
Fragen und Antworten
- Kann ich mich trotz Herzschwäche impfen lassen?
- Ja. Gerade Menschen mit Herzschwäche profitieren besonders von Impfungen. Wer akut krank ist, etwa mit hohem Fieber, sollte die Impfung meist verschieben. Ein leichter Infekt ohne Fieber ist in der Regel kein Hindernis. Ihre Praxis entscheidet im Einzelfall.
- Darf ich mit Gerinnungshemmern geimpft werden?
- In der Regel ja. Impfungen in den Muskel sind auch bei Einnahme von Gerinnungshemmern meist möglich. Die Praxis verwendet dann eine dünne Nadel und drückt die Einstichstelle länger ab. Sagen Sie vor der Impfung, welche Mittel Sie nehmen.
- Wann ist die beste Zeit für die Grippeimpfung?
- Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung jedes Jahr im Herbst, meist ab Oktober bis in den Dezember. Eine Impfung ist auch später in der Saison noch sinnvoll, solange Grippeviren kursieren.
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